- 03.02.2026
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Das war los beim Neujahrsempfang
Treffender hätte die Location nicht sein können: In der Bar und ehemaligen Stitzenburg-Apotheke luden die LAK und der LAV zum Neujahrsempfang ein. Zu genussvollen Pharma-Cocktails und Fingerfood konnten wir die Politiker:innen auf dringende Themen der Apothekerschaft hinweisen – und das in einer ehemaligen Apotheke, die von der Schließungswelle direkt betroffen war.
Jugendstil. Dunkles Holz. Unzählige Regale und Nischen, in denen alte Dosen und Chemikaliengefäße lagern. In der Ecke ein alter Kachelofen, der die ehemalige Offizin heizte. Wer die Bar Stitzenburg-Apotheke heute betritt, landet wie in einer Zeitmaschine im Jahr 1901. Das Interieur der ehemaligen Apotheke ist immer noch vorhanden. Heute werden dort Cocktails gemixt. Wo ließe sich eindringlicher auf das Apothekensterben hinweisen als hier? Der Neujahrsempfang der LAK und des LAV BW blieb bei den geladenen Gästen hängen, die Location überzeugte.
Bittere Pille oder weiße Fahne?
“Möchten Sie die bittere Pille oder lieber die weiße Fahne?”, fragt ein freundlicher Barmitarbeiter die Gäste. Was satirisch klingt, meint die Titel der kreativen Pharma-Cocktails, die den Gästen beim Neujahrsempfang angeboten werden. Auf den Tischen und an der rustikalen Theke, dem ehemaligen HV der Offizin, liegen kleine Booklets mit Zahlen, Daten und Fakten rund um die Apothekenwelt im Land. Im Hintergrund tönen entspannte Beats, die Atmosphäre ist gelassen, man hört viele lachen, aber auch ernste Debatten um die bislang ausbleibende Honorarerhöhung, unfaire Bedingungen für Apotheken vor Ort gegenüber Online-Arzneimittelversandhändlern oder wirtschaftliche Engpässe der Apothekeninhaber:innen. “Die Stitzenburg-Apotheke hat das perfekte Ambiente für den Neujahrsempfang geschaffen. Wir konnten den Politikern in lockeren Gesprächen verdeutlichen, welche Anpassungen wir uns für die geplante Apothekenreform wünschen. Nur so gelingt es, die Zukunft der Apotheken vor Ort sicherzustellen", erklärten Mitarbeiter der LAK-Geschäftsstelle.
Für eine flächendeckende Versorgung
Je mehr Apotheken ihre Türen für immer schließen, desto löchriger die flächendeckende Arzneimittelversorgung und desto höher die Belastung für die übrig gebliebenen Apotheken vor Ort. Mehr Notdienste, mehr zu versorgende Patient:innen je Apotheke, aber nicht gleich mehr Einnahmen. In seiner Eröffnungsrede legte LAK-Präsident Dr. Braun einen klaren Fokus: Politische Entscheidungen müssten nicht kurzfristig, sondern langfristig gedacht werden. Die gewählte Apotheke als Location war ein gelungenes Beispiel für ein Einzelunternehmen, das von einer Apothekerin als Unternehmerin mit Herzblut geführt wurde und der es zum Schluss nicht mehr möglich war, die Apotheke so zu führen, dass es zukunftsfähig gewesen wäre. Deutlicher ließe sich das Apothekensterben nicht abbilden.
Neues Jahr, neue Wünsche, bessere Zukunft?
Mit Blick auf das frisch begonnene Jahr 2026 bleibt vor allem die Zuversicht: Die Politiker:innen haben ein offenes Ohr für die Apotheker:innen im Land. Die Gesundheitsministerin zeigt, dass sie die Apotheken wertschätzt und als unverzichtbaren Teil der Gesundheitsversorgung anerkennt. Wirkt sich das nun auch auf die geplante, reformierte Gesetzgebung des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) aus, könnten die Apothekeninhaber:innen im Land erstmals wieder ein wenig aufatmen. Die LAK wünscht sich für die Zukunft, dass die Politikerinnen und Politiker den Weg mit uns gemeinsam weitergehen. Wir wissen und sind dankbar, dass viele ein offenes Ohr haben und sich tatkräftig engagieren. Aber es ist eine Daueraufgabe.